Wissenschaftlicher Name:
Artemisia absinthium (Asteraceae)
Hauptsächliche Wirkstoffe: Ätherisches Öl mit Sesquiterpenlactonen (Artabsin, Anabsinthin), Thujon, Azulen, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Lignane.
Beschreibung: Wermut ist eine mehrjährige, bis zu 1 m hohe Pflanze mit grau - grünen Stengeln und fiederteiligen, beidseitig behaarten Blättern. Wermut wird im Frühjahr durch Samen oder im Herbst durch Teilung der Wurzeln vermehrt.
Vorkommen: Der Wermut ist in Europa heimisch, wo er an Wegrändern und auf Odland wächst. Heute kommt er auch in Zentralasien und im Osten der USA wild wachsend vor. Außer dem wird er weltweit in gemäßigten Regionen kultiviert.
Blütezeit: Juli bis September.
Sammelzeit: Die Sprossteile werden im Spätsommer geerntet.
Warnung: Nur unter ärztlicher Aufsicht, in kleinen Mengen, normalerweile nicht länger als 4-5 Wochen und nicht während der Schwangerschaft anwenden. Thujon ist ein die Nerven stimulierendes Mittel, das in kleinen Mengen ungefährlich ist, in größeren Mengen dagegen giftig.
Wermut ist eine der bittersten Pflanzen absinthium (ohne Süße) mit einer wohltuenden Wirkung auf das Verdauungssystem, besonders auf den Magen und die Gallenblase. Die Arznei wird in kleinen Schlucken getrunken, wobei der bittere Geschmack einen Großteil der therapeutischen Wirkung ausmacht. Die Pflanze war früher einer der wichtigsten Aromastoffe für Wermut-Getränke. Wermut ist stark aromatisch, sodass man ihn zur Geschmacksanreicherung alkoholischer Getränke nutzt. Um 1970 durchgeführte Untersuchungen bestätigen, dass verschiedene Bestandteile der Pflanze zu ihrer Wirkung beitragen. Viele sind so bitter, dass sie die Bitterrezeptoren der Geschmacks knospen auf der Zunge aktivieren, die wiederum die Sekretion von Magen- und Verdauungssäften anregen. Eine deutsche Studie von 2007 zeigte, dass Wermuth bei Morbus Crohn, einer chronischen Darmentzündung wirksam ist. Bei 90 Prozent der Patienten konnte ein erneuter Krankheitsschub verhindert und die Dosierung der starken entzündungshemmenden Medikamente verringert werden, auch Depressionen besserten sich. Insbesondere das ätherische Öl, scheinen Bakterien und Pilze zu hemmen und bei Malaria, Depressionen und Nervenleiden wirksam zu sein. Aus Wermut lässt sich Absinth herstellen, ein Sucht erzeugendes und toxisches Getränk, das im 19. Jahrhundert in Frankreich beliebt war.