Balneotherapie

Balneotherapie 

Ohne Wasser kann der menschliche Organismus nicht bestehen. Es transportiert im Körper wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente, reguliert die Körpertemperatur und begünstigt die Entschlackung. Der Organismus eines Erwachsenen besteht zu rund 60 Prozent aus Wasser, der eines Säuglings sogar zu 80 Prozent. Im Zeitraum von 24 Stunden durchfließen 2000 Liter Wasser eine Niere, 1400 Liter das Gehirn. Täglich werden rund 2,5 Liter Wasser vom Menschen ausgeschieden und mit ihm lebenswichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Mineralstoffe wiederum sind notwendig für die meisten Stoffwechselprozesse, als Baustoffe sowie als Botenstoffe. Was liegt da näher, als Mineralwasser, in dem zwei der für den Organismus lebensnotwendigsten Elemente vereint sind, auch äußerlich als Heilmittel einzusetzen.

Balneotherapie, Therapie

In Abgrenzung zur  Hydrotherapie, die vor allem den Warm- und Kaltreiz des Wassers einsetzt, nutzt die Balneotherapie in erster Linie die heilsame Wirkung der Inhaltsstoffe natürlicher Mineralwässer aus Quellen sowie Heilgase und Peloide (Moore, Schlamme und Schlicke). Sie ist damit an den Ort, in dem die Quelle austritt, gebunden. Erst in jüngster Zeit werden Mineralwässer zu Kurzwecken exportiert oder auch an Orten ohne Heilquelle angerührt. Als natürliche Mineralwässer bezeichnet man Wässer, die pro kg mehr als 1g Mineral enthalten, ständig mit über 20 °C aus der Erde quellen und mehr als 250 mg/ kg Kohlensäure aufweisen. Inhaltsstoffe können daneben unter anderem sein: Kochsalz, zusätzliche Kohlensäure, Jod, Schwefel, Eisen oder Radon. Mineralwässer werden vornehmlich in Form von Bädern eingesetzt sowie zu Trink- und Inhalationskuren.


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Badewesen in vergangenen Tagen 

Erste Ansätze eines Badewesens finden sich bereits in der Steinzeit zu kultischen Zwecken, zu einer wahren Blüte gelangen Badeanwendungen jedoch im antiken Griechenland durch die hippokratische Medizin. Über das Leben des etwa 460 v. Chr. auf Kos geborenen Arztes Hippokrates ist wenig bekannt. Die ihm zugeordneten Schriften sind nicht mit Sicherheit auch von ihm geschrieben, dennoch gilt Hippokrates als Begründer der Medizin als Erfahrungswissenschaft.

Die Anhänger Hippokrates', die Hippokratiker (über die weit mehr bekannt ist als über den Arzt selbst) verstanden Gesundheit und Krankheit als ein Gleich- bzw. Ungleichgewicht von Körpersäften, die durch Umwelt, Ernährung und Lebensweise beeinflusst werden. Die hippokratische Medizin wandte sich ausdrücklich von der Waschung zum Zweck des Kultus ab, ihr Hauptanliegen galt der Prophylaxe und Therapie. Dabei wurde der Schwerpunkt zwar auf die Reiztherapie gelegt, aber auch eine genaue Untersuchung der Wirkung natürlichen Mineralwassers findet sich in den hippokratischen Schriften.


In römischer Zeit wurde das Baden durch die Errichtung riesiger und prunkvoller Thermalbadehäuser zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung der Bürger. Sie dienten sowohl der Körperpflege und Heilung als auch dem Vergnügen und zu sportlichen Wettkämpfen. In seiner Hochphase war das Badewesen in Rom so stark ausgeprägt, dass elf Aquädukte und über tausend Brunnen die verschiedenen kaiserlichen Thermen und unzähligen öffentlichen Bäder versorgen mussten.


Der römische Schriftsteller Plinius d. Ä. äußerte sich folgendermaßen dazu: “Wer die Fülle des Wassers sieht, das so geschickt in die Stadt geleitet wird, um öffentlichen Zwecken zu dienen Bädern, Häusern, Rinnsteinen, Vorstadtgärten und Villen; wer die hohen Aquädukte betrachtet, die erforderlich sind, um die richtige Beförderung zu garantieren; wer an die Berge denkt, die deshalb durchstoßen, und die Täler, die aufgefüllt werden mussten, der wird zugeben, dass der Erdkreis nichts Bewundernswerteres aufzuweisen hat”.


Neben der eigentlichen Bademöglichkeit und dem Sonnenbad wurde das Massieren, Frottieren und Parfümieren in den Thermen gepflegt. Mit dem Untergang des römischen Reiches verkam auch das Badewesen zusehends - bis in der Renaissance Humanisten wie Paracelsus die hippokratische Medizin wiederentdeckten, weiterentwickelten und auch das Badewesen wieder aufleben ließen.


Im 16. Jh. erscheinen dann unzählige Badeschriften, die zwar hauptsächlich in lateinischer Sprache verfasst sind, sofern sie praktische Anweisungen wiedergeben, diese aber auch in Deutsch beinhalten. Bäder, vor allem in Klöstern, erfreuten sich wachsender Beliebtheit, und mit dem Auftauchen der großen Seuchen wie Pest und Lepra kommen ›Wildbäder in Mode, d. h. das Baden in natürlichen Quellen, die wärmer als 20 °C sind. Es zeichnete sich ein deutlicher Wandel ab. Das römische Reinigungs- und Vergnügungsbad ist unversehens zum Heilbad geworden. Dabei werden bereits klar die Heilwirkungen verschiedener Mineralquellen erläutert und die Quellen den jeweiligen zu heilenden Krankheiten zugeordnet. In der Folgezeit kommt es nicht nur zur Entstehung von Badehäusern; es entwickeln sich auch das Kurwesen und so genannte Bäderfahrten. Und es breiten sich die luxuriösen Badeorte für den Adel bzw. das gehobene Bürgertum aus.


Die heilsame Wirkung natürlicher Mineralquellen ist demnach seit Jahrhunderten unbestritten. Die in den Anfängen der Heilbäder zunächst jedoch schablonenhafte, spekulative Behandlung des Patienten weicht mit den wachsenden naturwissenschaftlichen Kenntnissen dem Versuch einer sorgfältigen chemischen und physikalischen Analyse der Quelle und deren Wirkungsweise. Heute müssen die chemischen und physikalischen Eigenschaften einer Heilquelle durch Analysen nachgewiesen und durch Kontrolluntersuchungen laufend überprüft werden. Zudem ist hinsichtlich ihrer heilenden, lindernden und prophylaktischen Eigenschaften ein wissenschaftliches Gutachten eines unabhängigen balneologischen Institutes oder eines Balneologen einzuholen. Die festgelegten Voraussetzungen bezüglich der Inhaltsstoffe müssen dabei streng erfüllt werden.


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Wirkungsweise der äußerlichen Anwendung 
Die Wirksamkeit einer äußerlichen Mineralwasseranwendung setzt seine Resorption voraus, d. h. die Wirk- und Heilstoffe müssen von der Haut und den Schleimhäuten aufgenommen werden und darüber in die Blut- oder Lymphbahn gelangen. Dabei bildet das Wasser das Träger- bzw. Lösungsmittel der zu resorbierender Stoffe. Nachweisbar ist dies erst durch die Möglichkeit der radioaktiven Markierung der Inhaltsstoffe des Wassers.


Für die Resorption hinderlich ist die Hornhautschicht der Haut, im Blut und Harn können daher erst nach einer 5 bis 10-minütigen Bespülung mit dem Badewasser Bestandteile des Heilwassers nachgewiesen werden. Die sofortige Resorption durch die Haut ist beim Baden relativ gering, vergleicht man sie mit der Menge der in der Haut abgelagerten Stoffe, die zu einem späteren Zeitpunkt resorbiert werden. Die Resorption kann sowohl beschleunigt als auch verlangsamt werden: beschleunigt etwa durch Seifenlösungen, die in Tests die Wirkstoffe bereits nach 3-minütiger Bespülung nachweisbar machten, und verzögert durch das Fetten der Haut, z. B. mit Vaseline. Bei unbehandelter Haut hat sich eine optimale Badedauer von 10 bis 30 Minuten herausgestellt. Die therapeutische Wirksamkeit des Bades ergibt sich aus der jeweiligen chemischen Zusammensetzung des Minerals. Der positive Nutzen der Balneotherapie entsteht zudem daraus, dass Muskeln und Gelenke im Wasser durch den Auftrieb entlastet werden.


Die entspannende Wirkung eines Bades, sowohl für den Körper als auch für die Seele, sollte darüber hinaus nicht vergessen werden. Im Rahmen einer mehrwöchigen balneologischen Kur wirken sich neben den Bädern selbst auch das Kurklima, die Änderungen des sozialen Umfeldes, die klimatischen Veränderungen, die Ernährungsumstellung und die unterschiedlichen Bewegungs- und Entspannungstherapien positiv auf den physischen und psychischen Zustand des Kurenden aus.


Träume sind mehr als nur zufällige Bilder im Schlaf. Sie sind Botschaften unseres Unterbewusstseins
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Träume können wertvolle Einblicke in unser Innerstes bieten. Sie helfen uns, emotionale Blockaden zu lösen, kreative Ideen zu entwickeln oder versteckte Sorgen ans Licht zu bringen. Wer sich mit seinen Träumen beschäftigt, kann oft tiefere Erkenntnisse über sich selbst gewinnen.
Lakshmi – Göttin des Wohlstands, Glücks und Reichtums
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Lakshmi, die hinduistische Göttin des Wohlstands und der Fülle, steht für Glück, Erfolg und spirituelle Erneuerung. Sie wird oft auf einer Lotusblüte sitzend dargestellt, umgeben von Goldmünzen und Elefanten, die für Wohlstand und göttlichen Segen stehen.
Arzt und Seher zugleich „Nostradamus“
von Tanja Mendler 20. März 2025
„Nostradamus“ 1555 erschien in Frankreich ein kleines Büchlein mit dem Titel „Les propheties de M. Michel Nostradamus". Es wurde rasch zu einem Bestseller und erregte die Aufmerksamkeit der höchsten Kreise. Die Königin von Frankreich, Katharina de Medici, las das Büchlein und forderte den Verfasser daraufhin auf, nach Paris zu kommen. Sie glaubte, dass einige Prophezeiungen die Königsfamilie betrafen, und wollte von ihm dazu Genaueres hören. In der Praxis hieß das, er sollte nachweisen, dass er kein Attentat auf den König plante. Wie schwer das war, davon konnte bereits ein italienischer Astrologe in Paris ein Liedlein singen. Er war gefoltert worden, als er den frühen Tod Heinrichs Il. vorhergesagt hatte. Der Autor dieses Büchleins war ein Landarzt in Salon in der Provence, ein gewisser Michel de Notredame, lateinisch Nostradamus. Was uns heute stark verwirrt, machte der Königin offenbar wenig aus: Die Sprache der Centurien ist fast völlig unverständlich. Nicht nur dass sie Französisch mit griechischen, lateinischen, italienischen und provencalischen Brocken vermischt, nein, der Text selbst ergibt keinen klaren Sinn. Die Sprache ist reich an Bildern, die entschlüsselt werden wollen. Doch zumindest Katharina von Medici war dazu offenbar in der Lage. „Der junge Löwe wird den alten besiegen im einzigartigen Kampf auf einem Kriegsfeld. Seine Augen, in goldenem Käfig, werden bersten. Zwei Wunden eine, zum Sterben eines grausamen Todes. (Centurie, 35. Vierzeiler) Hieraus las sie eine Bedrohung für das Leben ihres Gatten ab. Und sie sollte recht behalten. 1559 veranstaltete Heinrich II. anlässlich der Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Spanien und der Verlobung seiner Tochter Elisabeth mit dem spanischen König ein Turnier. Sein eigenes Wappentier war der Löwe. Und tatsächlich wurde er durch eine geborstene Lanze tödlich verwundet. Ein Lanzensplitter drang unter sein goldenes Visier und durchbohrte ein Auge. Sein von ihm selbst ausgewählter Gegner, der Hauptmann seiner Leibgarde, hatte ebenfalls als Wappentier den Löwen. Seit 1559 erlebten die Prophezeiungen von Nostradamus immer neue Deutungen. Jede Zeit entdeckte neuen verborgenen Sinn hinter dem, was er in seinen Texten vorhergesagt hatte - doch nicht selten erst im Nachhinein. Im Zweiten Weltkrieg wurden Vierzeiler von Nostradamus sogar als Propagandamittel eingesetzt: Mit Interpretationen gespickt, die die Kriegsniederlage des Empfängers verkündeten, wurden sie hinter den feindlichen Linien abgeworfen – von den Deutschen in Frankreich, von den Engländern in Deutschland. Nostradamus ist für uns nicht nur wegen seiner Prophezeiungen interessant. Er hinterließ einige Aussagen über die Kunst des Sehens, wie er sie praktizierte. Die erste Centurie beginnt mit den folgenden Vierzeilern: „Sitzend des Nachts bei geheimen Studien, allein; ruhend auf dem Sitz von Erz? Winzige Flamme, aus der Einsamkeit hervorkommend, bringt hervor, was nicht vergeblich ist zu glauben. Die Rute in der Hand, in die Mitte der Gabel gelegt, von der Welle benetzt auch den Rand und den Fuß, Angst und Stimme erzittern durch die Griffe, göttlicher Glanz, der Wahrsager nahe sich setzt." Hier klingen einige Elemente an, die wir bereits kennen: Die Verwendung von Wasser, das mit einer Rute geschlagen wird, kennen wir vom Orakel in Didyma. Der Sitz von Erz? Könnte eine Anspielung auf das Orakel in Delphi sein. Die Flamme, aus der Einsamkeit kommend, ist eine sinnvolle Metapher für die Erkenntnis, die innere Ruhe und Einsamkeit im besten Sinne voraussetzt. Wir verwenden dieses Bild, wenn wir sagen, uns geht ein Licht auf. Meist ist das nicht im hektischen Trubel des Tages der Fall, sondern wenn man sich in beschäftigt. Ruhe und ohne Störung durch andere mit einer Frage beschäftigt. Nostradamus' Erleuchtung ist für ihn eine Gabe Gottes.
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