Der Ätherkörper, den ein hellsichtiger Menschen wahrnehmen kann, liegt der physischen Hülle am nächsten. Er ist sein genaues Doppel und passt sich ihm wie ein Handschuh an. Er besitzt eine Breite von etwa einem halben bis einem Zentimeter und weist bei einem gesunden Individuum eine Ausstrahlung von weiteren acht bis zwanzig Zentimetern auf. Seine Hauptfunktion besteht darin, den Menschen mit Lebensenergie zu versorgen.
Was ist der Ätherkörper und wozu dient er?
Die Verbindung zwischen dem physischen und dem ätherischen Körper bildet eine so vollkommene Einheit, dass sie oft als eins betrachtet werden. In unserer Vorstellung können wir sie insofern als einen einzigen Körper behandeln, als die Ätherhülle, die den physischen Träger durch die ständige Energiezufuhr am Leben erhält, diesen durchdringt. Bei einem gesunden Menschen ändert sich ihre Farbe von einem silbrig weißen Glanz bis zu einem lebendigen Rosa. Wenn jemand erkrankt ist oder in einer ungesunden Umgebung lebt, tauchen graue Schattierungen auf. Bei ernsthafter Erkrankung sieht man dunklere Bereiche, Flecken von schlammigem Braun oder Schwarz.
Dort, wo im physischen Körper die Drüsen und Lebensorgane angesiedelt sind, findet man im Ätherkörper die sieben Hauptenergiezentren oder Chakras. Drei verschiedene Quellen versorgen diese Chakras mit Energie, das göttliche Selbst oder die Monade, die von dem ewigen Gottesgeist genährt wird, das Kundalini-Feuer des planetarischen Logos und das Prana, die vereinigte Strahlung der physischen und der geistigen Sonne. Das Sanskritwort Prana bedeutet auch „Lebensatem“. Die Atmung und damit eine Neubelebung des Blutes sind für die Auffüllung unserer Energiedepots unerlässlich.
Jeder geistig Suchende muss auf die Aktivität der Chakras, die von ausreichender Pranazufuhr abhängt, größten Wert legen.
Bewegung unterstützt eine gute Körperkondition und garantiert bis zu einem gewissen Maße unsere Energieaufnahme. Überanstrengung jedoch schadet nur, denn anstatt unsere Energie zu vermehren, beginnt diese durch wundenähnliche Öffnungen aus der Ätherhülle zu sickern. Starke Emotionen im Astralkörper regen den Atherkörper zwar an, aber wenn sie überhandnehmen oder zerstörerisch wirken, behindern sie den normalen Rhythmus der Chakras. Die Folge davon zeigt sich in einem Energieverlust, der zu Krankheiten führen kann. Stark negative Gedanken, die Ärger oder Furcht entspringen, wirken sich ganz besonders zerrüttend auf die Chakras aus, schwächen ihre Funktion und verursachen die Entleerung der Lebensquellen. Dies bedeutet oft eine Gefahr für die geistige und körperliche Gesundheit des Menschen und kann sogar in Tod oder Wahnsinn enden.
Eine der ersten Lektionen, die ein geistiger Schüler lernt, besteht in der Entwicklung von aufbauenden Gedanken- und Gefühlswerten. Richtlinien wie die zehn Gebote oder die Bergpredigt sowie die Lehren und Maxime der verschiedenen Weltreligionen basieren auf der Kultivierung gesunder und konstruktiver Denkungs- und Verhaltensweisen, was inzwischen unter dem Begriff des positiven Denkens allgemeine Anerkennung gefunden hat. Gedanken- oder Gefühlszustände, die den Energiefluss in unseren Chakras unterbrechen oder niederdrücken, müssen unbedingt überwunden und ins Gleichgewicht gebracht werden.
Der Atherkörper wird über die Chakras mit Energie versorgt, die dann auf dem Wege unseres Nervensystems in den physischen Körper eintritt. In Form von Prana läuft sie die Nervenbahnen entlang und ermöglicht es diesem komplexen System, nicht nur die äußeren Reize weiterzuleiten, sondern auch als treibende Kraft für unsere Muskeltätigkeit und andere Reaktionsmechanismen zu wirken.
Die Erkenntnis, dass wir den Devas, die der Natur so selbstlos dienen, unendlichen Dank schulden, mag überraschen. Als unser physischer Körper geschaffen wurde, beteiligten sich diese Wesen an der Bildung unseres Nervensystems. Jede Beeinträchtigung dieses Aspekts unserer Anatomie ist für sie von Bedeutung. Ein Mensch, der unter nervlicher Unruhe leidet, findet daher in der Natur die besten Bedingungen zur Heilung vor. Wenn der Energiepegel gesunken ist oder man aus irgendeinem anderen Grunde der Erneuerung bedarf, sollte man in die Natur gehen und sich mit dem Rücken an einen großen Baum lehnen. Langsam wird das Prana, das den Baum belebt, in die Ätherhülle eindringen und sie wieder ins Gleichgewicht bringen. Dieser Vorgang mag zehn bis zwanzig Minuten dauern, doch dann spürt man deutlich den Unterschied. Auch in diesem Falle bietet sich eine Gelegenheit für den Menschen, den Devas, die das Nervensystem gestalteten, seine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.
Ein sonnendurchwärmter Felsblock strahlt ebenfalls sanft diese Energie ab, wenn man sich gegen seine leuchtende Oberfläche lehnt. Nach wenigen Minuten wird man sich wunderbar entspannt und erfrischt fühlen.
Eine weitere Prana-Quelle ist fließendes Wasser. Stellen wir uns draußen in der Natur unter einen leichten Wasserfall, sollten wir daran denken, dass es die Sonnenwärme war, die das Wasser ursprünglich aus dem Meer zum Himmel emporzog. Die Lebendigkeit herabsprühenden Wassers setzt eine Energie frei, die erfrischt und belebt. Das gilt auch im Bereich der Körperhygiene.
Zu duschen besitzt weitaus größere Vorteile als in der Wanne zu baden, da sich der kraftvolle Magnetismus des strömenden Wassers dann rasch verliert.
Besonders die Gartenarbeit gehört zu den Tätigkeiten, die den Atherkörper am besten erneuern, da er sich beim Unkrautjäten, Pflanzen oder Säen in der Gegenwart jener Devas aufhält, die sich bei der Schaffung der physischen Form beteiligen. Das Grün der Bäume, Sträucher und anderer Pflanzen setzt seine eigene ätherische Energie frei. Wenn wir uns im Garten oder in den Wäldern aufhalten, sollten wir unseren Blick auf den Blättern der Bäume ruhen lassen. Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie einen größeren Wert besitzen als die Blüten. Diese dienen der Fortpflanzung der Spezies, doch es sind die Blätter, die das Chlorophyll herstellen und der Erde nicht nur Sauerstoff zurückgeben, sondern auch ungeheure Mengen an Prana.
Die schlichte Betrachtung dieser in der Natur dominierenden Farbe Grün wirkt belebend auf den Ätherkörper.
Eine besonders anregende Übung besteht darin, sich an einem klaren Sonnentag unter einen großen Nadelbaum zu legen und die Nadeln, die sich hoch oben gegen den blauen Himmel abheben, zu betrachten. Sehr bald wird man die feine Energie, das herabfließende Prana, spüren, das Geschenk eines jeden Baumes an das Leben.
Prana besitzt zwei Aspekte - Vitalität und Magnetismus. Bisher wurde nur die Vitalität angesprochen, aber der zweite Aspekt ist ebenso bedeutungsvoll. Allen Gegenständen haftet ein bestimmter Magnetismus an. Besonders gilt dies für geweihte Objekte, Talismane oder Eheringe, die während der Zeremonie gesegnet wurden. Reisende tragen zu ihrem Schutz oft eine geweihte Christopherus-Medaille bei sich, und das während der Taufe benutzte Weihwasser wurde durch das Gebet des Priester magnetisch aufgeladen. Die Gegenstände im Besitz eines Individuums, wie Schmuck oder Kleider, nehmen den Magnetismus an, der seine Seele umgibt und strahlen ihn in Form elektromagnetischer Wellen aus.
Auch bestimmte Orte fallen in diese Kategorie. Das Kraftfeld des Grabes einer großen Seelen bezeugt deren Erdendasein. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dieses Phänomens findet sich in Assisi, der Begräbnisstätte des Hl. Franziskus. Die gesamte Stadt ist umgeben von der Aura, der Ausstrahlung des geistigen Magnetismus dieses großen Heiligen, die sein Leben hervorbrachte.
Sie leuchtet heute noch ebenso hell wie gegen Ende seines Lebens vor achthundert Jahren. Außer solchen heiligen Zentren, die aufgrund der Anwesenheit großer Seelen entstanden, finden wir auch in der Natur selbst Kraftquellen, deren mächtige Erhabenheit den Besucher auf die Knie fallen lässt. Besonders die Indianer verehrten ihren Schöpfer an solchen Naturstätten.
Ätherkörper und Heilvorgang
Der Gesundheitszustand eines Menschen spiegelt sich in seiner Ätherhülle und in seiner Aura wider. Wie bereits erwähnt, variiert die Farbe der Aura zwischen einem silberweißen Schimmer und einem lebendigen Rosa. Gesundheitliche Schwierigkeiten erscheinen als graue Schatten, und je dunkler das Grau, desto ernsthafter der Zustand. Da der Ätherkörper das genaue Doppel der physischen Form darstellt, kann man anhand der Lage dieser grauen Flecken Rückschlüsse auf den befallenen Körperbereich ziehen. Eine einfache körperliche Erschöpfung zeigt sich als grauer Schleier, ohne besondere Stellen hervorzuheben. Sollte jedoch Krebs vorliegen oder eine ernsthafte Herzerkrankung, wird dieser Bereich sehr viel dunkler schattiert sein und manchmal dunkelbraun oder sogar schwarz erscheinen.
Ein Heiler vermag einen erschlafften Ätherkörper neu zu beleben. Zu diesem Zweck muss es sich um einen sehr vitalen Menschen handeln, der über überschüssige Energie verfügt. Ansonsten könnte er dem Patienten eher Energie abziehen. Am wirkungsvollsten hat sich das Auflegen der Hände auf die bedürftigen Bereiche erwiesen. Besonders der Kopf, der über das Nervensystem eine zentrale Verbindung zu allen Körperteilen herstellt, sollte zuerst behandelt werden und danach einzelne Stellen, die eine Neubelebung benötigen. Diese einfache Anreicherung des Energiepotenzials reicht häufig aus, um eine Heilung zu bewirken.
Da Geistheiler gewöhnlich über eine enorme Energie verfügen, vermögen sie am besten den Körper des Leidenden zu beeinflussen. Es wäre natürlich unklug, jemanden seinen Körper berühren zu lassen, der passiv ist und dem es an Vitalität fehlt, da der Energiestrom in die entgegengesetzte Richtung fließen könnte, und zwar vom Patienten auf den angeblichen Heiler. Andererseits vermag eine vitale Person lediglich durch ihre Anwesenheit im Zimmer die Kraftreserven der Umstehenden zu aktivieren.
Die Chakras der Menschen, die unter einer Krankheit oder unter völliger Erschöpfung leiden, wenden sich automatisch jedem zu, der große Vitalität besitzt. Doch die Energiereserven einer energetischen Person erschöpfen sich nicht, da es in der Natur eines solchen Austauschs liegt, dass sie wieder angefüllt werden.
Ein weitverbreitetes Problem unserer heutigen Zeit ist die Migräne, die häufig auf einer Stauung im Atherkörper beruht, hervorgerufen durch die vielen Anforderungen unserer komplexen Gesellschaft. Das Ergebnis ist eine Anhäufung gegensätzlicher Meldungen an das Nervensystem, die gelöst und ausgeglichen werden müssen. Bei der Behandlung solcher Kopfschmerzen sollte sich der Heiler darauf konzentrieren, verstärkt Prana durch den Kopfbereich zu senden, das heißt, er muss sich die Wirkung dieser Kraftströme vorstellen, die Ordnung in das Chaos bringen und die Kopfregion von der Stauung befreien. Um höhere Unterstützung bittend, wird er das Prana so lange einströmen lassen, bis er intuitiv weiß, wann es ausreicht.
Bei jedem Heilvorgang, sei es bei der Behandlung des Nervensystems, des Herzens, des Magens oder anderer Bereiche, sollte das Licht des Lebens auf die Problemstelle konzentriert werden. Wir müssen es uns als Lichtquell über dem Patienten vorstellen, so dass der gesamte Ätherkörper unaufhörlich von Stauungen befreit und durch die Prana-Kräfte, die diesen inneren Vitalstrom bilden, erneuert wird.
Es gibt vieles, das wir tun können, um unser Leben ins Gleichgewicht zu bringen und lebendig zu gestalten. Wenn wir verspannt sind, liegt das daran, dass wir eine Stauung in unserem Ätherkörper zugelassen haben. Für einen Hellseher stellt die ätherische Aura eine Art Landkarte dar, die genau anzeigt, wo die Verspannungen liegen. Wir müssen alles in unseren Kräften stehende unternehmen, geistig wie physisch, um unsere Vitalität zu erhöhen, wozu auch gehört, sich Zeit zu nehmen. Dankbar sollten wir dann den erneut fließenden Energiestrom. Die beste Zeit, heilerisch zu wirken, ist der Augenblick, in dem wir über die meiste Energie verfügen.
Abgesehen von der Anrufung des inneren Gottesfunkens und des Solaren Logos, bieten Bäume die beste Prana-Quelle. Je mehr Bäume uns umgeben, desto stärker der Energiestrom, der über den Ätherkörper in die physische Form fließt.
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