Die Grundlagen
Viele Entwicklungen der Wissenschaften in den letzten 200 Jahren haben mit einer guten Theorie begonnen. Ein Beispiel dafür ist die Relativitätstheorie, die sowohl zur friedlichen als auch kriegerischen Anwendung der Kernkraft geführt und damit unsere Zeit wesentlich geprägt hat. Es gibt aber auch Beispiele für Heilmethoden, die zunächst empirisch gefunden wurden. Aspirin beispielsweise wird seit Anfang des 19. Jahrhunderts verwendet und erst 100 Jahre später konnte der biochemische Effekt von Aspirin wissenschaftlich geklärt werden: Es hemmt die Entstehung entzündlicher Prostaglandine.
Die heute vorherrschende Lehrmeinung in der Medizin ist eine Mischung aus empirischen Heilmethoden und solchen, die bereits wissenschaftlich fundiert sind. In der Psychologie gilt das Gleiche. Die meisten Methoden innerhalb der Psychologie sind noch nicht wissenschaftlich gesichert, sondern beruhen auf empirischen Erfahrungen einzelner Therapeuten.
Die von mir (D. Klinghardt) begründete Mentalfeld-Therapie (MFT) hat sich auf der Grundlage der Fünf-Körper-Theorie entwickelt, begann also geschichtlich gesehen mit einer Theorie. Die einzelnen Schritte der Therapie beruhen allerdings auf empirischen Erfahrungen einer Vielzahl begabter Therapeuten. Die Mentalfeld-Techniken (MFT) gehören zu den modernen der Energiepsychologie, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen geistigen und körperlichen Prozessen beschäftigen. Sie basieren auf der Überzeugung, dass Emotionen, Gedanken und körperliche Empfindungen durch energetische Felder im Körper beeinflusst werden.
Die Vorstellung, dass unsere Körper gleichzeitig in fünf Dimensionen existieren, wird erstmals in der vedischen Literatur Indiens (900 v. Chr.) erwähnt, dann in den später folgenden Kommentaren, den Upanishaden (um 500 v. Chr.). Später wurde dieses System von dem indischen Gelehrten Patanjali in seinen berühmten Yoga-Sutras und dem weniger bekannten, aber umso eindrucksvolleren Mahabhasya (grundlegendes Werk über die linguistische Philosophie der Sanskrit-Sprache) genauer ausgearbeitet. Er schrieb auch das vielleicht erste medizinische Buch namens Carakapratisamskritah.
Das Modell ist einfach zu verstehen: Wir haben einen physischen Körper, der im Sanskrit als Annamaya Kosha (Essenzkörper) bezeichnet wird und dem Element Erde zugeordnet ist. Dieser ist umgeben und durchdrungen von weiteren Hüllen oder Körpern. (Heute bevorzugen wir das Wort Felder.) Die erste Hülle ist das Pranamaya Kosha, wörtlich übersetzt „Energiekörper". Dieser überlebt unseren Tod für ein paar Tage und stirbt dann auch; er ist dem Element Feuer zugeordnet. Die nächste Hülle ist der Manumaya Kosha (aus diesem Wort leiten sich die Begriffe Mann und Mensch ab) - wörtlich übersetzt „Mentalkörper", die Hülle, mit der sich diese Beiträge hauptsächlich auseinandersetzen und die dem Element Wasser zugeordnet ist. Die nächste Hülle ist Vigyanamaya Kosha (auch Vijnana Kosha), der intuitive Körper (auch übersetzt als wissender Körper), der dem Element Luft zugeordnet ist. Der feinste und weiteste Körper, der alle anderen durchdringt, ist Ananda-maya Kosha - der „Segenskörper" (engl.: Bliss Body)
Im Sanskrit spricht man vom Mentalkörper (wörtlich übersetzt) und von Turiya - der vierten Dimension. Diese anderen Körper gehören genauso zu unserem Dasein wie der physische Körper und sie ergänzen und beeinflussen sich gegenseitig.
Erkrankungen entstehen, wenn ein Trauma oder ein krank machender Einfluss über einen dieser Körper in unser Feld oder System eintritt, über verschiedene Mechanismen seinen Weg in den physischen Körper findet und sich dort als Erkrankung ausdrückt. Jeder dieser Körper braucht jedoch unterschiedliche Therapieansätze. Krankheiten heilen nur dann aus, wenn die Therapie die Ursprungswunde mitberücksichtigt, also auch auf der Ebene arbeitet, wo der krank machende Einfluss in das System eingedrungen ist. Alles andere ist symptomatische Therapie, die nur kurzzeitig wirken kann. Um chronische Erkrankungen erfolgreich behandeln zu können, wurde es zwingend notwendig, in die für uns nicht sichtbare Welt des energetischen Körpers, des Mentalkörpers und des intuitiven Körpers vorzudringen. Viele der Techniken, die bei MFT verwendet werden, konnten inzwischen durch Doppelblindstudien und andere Methoden wissenschaftlich gesichert werden.
Blockaden in diesen energetischen Systemen können psychische und physische Beschwerden verursachen. Mentalfeld-Techniken zielen darauf ab, diese Blockaden aufzulösen, um so die emotionalen und körperlichen Probleme und Erkrankungen zu heilen oder lindern. MFT betrachtet den Menschen als ein energetisches System, in dem positive und negative Gedanken, Emotionen und körperliche Reaktionen miteinander verbunden sind. Die Mentalfeld-Techniken werden in der Therapie zur Behandlung einer Vielzahl von psychischen und physischen Beschwerden eingesetzt. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von der Behandlung von Ängsten und Phobien bis hin zur Schmerzbewältigung. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet der Mentalfeld-Techniken ist die Linderung von körperlichen Beschwerden wie chronischen Schmerzen oder Migräne.
Eine Wissenschaft, die den Geist nicht in ihr Denken mit einbezieht, kann nicht zur Wahrheit vordringen. Die Existenz einer Schöpferkraft muss in den Wissenschaften als eine unanzweifelbare Tatsache akzeptiert werden.
Max Planck
_________________________________
Sichtweisen von Wissenschaft und Religion
Jede therapeutische Maßnahme basiert auf einer philosophischen Grundannahme. Die moderne Medizin, wie sie an den Universitäten gelehrt wird, versucht sich von geisteswissenschaftlichen Ideen so weit wie möglich frei zu halten. Den physischen Körper beschreibt sie im Wesentlichen als eine Maschine. Eine Maschine wird repariert, wenn sie defekt ist, oder es werden Teile ersetzt.
Vom Altertum bis ins späte Mittelalter gab es Universalgelehrte, die Erkenntnisse der Naturwissenschaften mit ihrer geistig-religiösen Haltung verbinden und durchdringen konnten und beides in Einklang miteinander lehrten. Seit der vom Papst verordneten Trennung von Religion und Wissenschaft haben sich die geistigen Wissenschaften fast 300 Jahre lang unabhängig von den Naturwissenschaften entwickelt und erst in den letzten 50 Jahren versucht die Psychologie wieder, die Methoden der Naturwissenschaften anzuwenden, um psychologische Gesetzmäßigkeiten mit wissenschaftlichen Methoden zu erforschen. Es kommt also in jüngster Zeit zu einer Annäherung zwischen der (Natur-) Wissenschaft und dem geistig-religiösen Bereich. Durch den Erkenntniszuwachs aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen (wie etwa die Entdeckung der Gene) gibt es aus Sicht der universitären Wissenschaft in unserer Realität immer weniger Platz für den Bereich, der Gott zugeordnet ist. Gott existiert nach dieser eingeschränkten Sichtweise nur in den kleinen Lücken, die von der Wissenschaft noch gelassen werden (im Engl.: God of the Gaps2).
Der spirituelle Ansatz geht demgegenüber von der Vorstellung aus, dass wir als geistiges Wesen in einen Körper inkarniert sind. Wenn in unserem spirituellen Werdegang Sünden begangen wurden, dann werden die Konsequenzen in der physischen Realität sichtbar. Dies ist die Idee vom Karma. Schwere Lebenssituationen werden unter diesem Gesichtspunkt (leider oft auch fälschlicherweise) frühzeitig als Karma „wegrationalisiert", also beiseitegeschoben. Die von dem deutschen Psychoanalytiker Bert Hellinger und anderen Vertretern der systemischen Familientherapie entwickelte, auf einfachen Beobachtungen gründende Philosophie (phänomenologische Vorgehensweise) sagt aus, dass viele Erkrankungen und Seelenzustände als Folgen von Traumata oder Verletzungen höherer Gesetze zu betrachten sind, die von Vorfahren oder Mitgliedern der eigenen Familie verursacht wurden.