Schamanismus -Spirituelle Übung

Schamanismus

Spirituelle Übung

Im Schamanismus gibt es viele spirituelle Übungen, die dazu dienen, das Bewusstsein zu erweitern, die Verbindung zur geistigen Welt und zur Natur zu stärken und Heilung zu fördern. Eine der bekanntesten Übungen ist die Schamanische Reise.

Schamanismus
Spirituelle Übung

Was ist eine spirituelle Übung?

 

Eine Übung kann sowohl Bestandteil der Bereiche Sport, Musik, Kunst und Handwerk als auch der Spiritualität sein. Das Wort Übung suggeriert eine gewisse Regelmäßigkeit, durch die man eine Verbesserung erreichen will. Im wörtlichen Sinne übt man eine Übung.


Spirituelle Übungen haben unabhängig von der jeweiligen Religion, aus der sie stammen, häufig viele Gemeinsamkeiten: Gebet, Meditation, Lesen, Lernen, Unterstützung durch andere Anhänger und die Notwendigkeit einer Beratung und Anleitung durch spirituelle Lehrer. Eine spirituelle Übung umfasst außerdem Rituale und zeremonielle Handlungen, von denen manche nur in einer bestimmten Religion üblich sind, während andere wirklich interkulturell sind und in mehreren Religionen vorkommen. Hierzu gehören das Fasten, Wallfahrten zu heiligen Stätten, nächtliches Wachen, das Anzünden von Kerzen und heiligen Feuern, das Verbrennen von Kräutern und Räucherwerk, die Einrichtung von Altären und Schreinen, Praktiken der Askese sowie die Verwendung sakraler Werkzeuge und Gegenstände, die typisch für die einzelnen Traditionen sein können.


Jemand, der einem spirituellen Weg folgt, hat sich dazu entschlossen, die betreffenden Übungen mit Hingabe regelmäßig auszuführen: Einige Übungen werden täglich, andere wöchentlich, monatlich oder in bestimmten Jahreszeiten durchgeführt, während manche nur bei bestimmten Anlässen durchgeführt werden, wenn der Übende sich dazu bereit oder aufgefordert fühlt, sie durchzuführen. Wichtig für eine spirituelle Übung ist die eigene Verpflichtung, einem spirituellen Weg zu folgen und diesem treu zu bleiben, wobei man einige Elemente dieses Weges regelmäßig oder sogar täglich in das alltägliche Leben integriert.


Schamanismus – spirituelle Übung

Der Schamanismus als spiritueller Weg erfordert ähnliche Übungen, die sich aus der grundlegenden Verpflichtung dazu ergeben, persönliche Beziehungen zu Geistwesen und der geistigen Welt zu entwickeln und zu pflegen. Die grundlegende Übung ist die schamanische Reise, die durch rituelle rhythmische Sprechgesänge (Chanting) oder durch Tanzen zu Trommeln oder Rasseln begleitet wird. Trommeln, Rasseln, Tanzen und Chanting sind Handlungen, die mit der Zeit so eng mit der schamanischen Reise und dem Kontakt zu den Hilfsgeistern verbunden sind, dass es nützlich ist, diese Handlungen um ihrer selbst willen auszuführen, auch wenn man keine Zeit oder Lust hat, in die geistige Welt zu reisen.

 

Zusätzlich zu der schamanischen Reise sind die meisten rituellen Handlungen, mit denen die Geister der Natur, der Elemente, Tiere, Pflanzen, Jahreszeiten und der Verstorbenen geehrt werden, für die Praxis des Schamanismus geeignet, auch die Errichtung und Pflege von Altären und heiligen Stätten in einem Gebäude oder im Freien, an denen diese Rituale durchgeführt werden können. Auch das Lesen und das Lernen über Schamanismus und andere animistische spirituelle Bräuche bereichern die Praxis, wir müssen jedoch, beim Anpassen von sakralen Bräuchen ethische Aspekte sowie Aspekte der Wirksamkeit berücksichtigen.

 

Eine spirituelle Übung kann man zwar sehr zurückgezogen betreiben - wie in einer Art Einsiedelei, in der man alleine betet und seine Rituale zelebriert -, die meisten Menschen brauchen jedoch die Unterstützung und Ermutigung durch andere. Sogar Einsiedler wenden sich an spirituelle Beichtväter und Führer. Für Menschen, die Schamanismus praktizieren, ist eine Trommelgruppe die wirksamste Möglichkeit, Unterstützung durch andere zu erfahren und Erfahrungen austauschen zu können. Eine Trommelgruppe kann je nach dem zur Verfügung stehenden Raum nur drei oder vier Mitglieder oder bis zu zehn oder zwölf Mitglieder umfassen, die sich treffen, um zu trommeln und zu reisen. Die Gruppe kann sich einmal pro Woche, zweimal oder einmal im Monat oder so häufig treffen, wie die Mitglieder dies möchten. Die Gruppe kann auch gelegentlich zusammenkommen, um heilige Tage der Jahreszeit zu feiern oder andere Rituale, vielleicht zu Heilungszwecken, durchzuführen.


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Der Brauch eines Seelenfreundes

 

Dieser Brauch aus der frühen irischen Kirche geht wahrscheinlich auf noch ältere druidische oder schamanistische Bräuche zur Unterstützung des Geistes zurück. Die wichtigste Idee hierbei ist, dass jeder von uns - insbesondere wenn wir persönliche Visionsarbeit betreiben - einen persönlichen Freund oder eine Freundin braucht, dem oder der wir die Freuden, Sorgen, Herausforderungen und Kämpfe des spirituellen Lebens anvertrauen können. In der frühen irischen Kirche konnte es sich bei einem Seelenfreund um einen Mönch, eine Nonne, einen Priester oder eine sonstige weibliche oder männliche Person handeln, sogar um jemanden, der jünger als man selbst ist. Wichtig ist nicht der gesellschaftliche oder kirchliche Status des jeweiligen Seelenfreundes, sondern dass die Person wirklich ein „Freund Ihrer Seele“ ist, jemand, der Sie kennt und Ihre spirituellen Ziele versteht, und jemand, den Sie wegen seiner Ratschläge und seines Verständnisses in spirituellen Angelegenheiten respektieren.

 

In vielen heutigen buddhistischen Zentren ist es üblich, den Buddhismus stärker im Leben zu verankern, indem man ihn in künstlerische, sportliche, intellektuelle Aktivitäten sowie in Aktivitäten des Alltags miteinbezieht. Dies ist auch beim Schamanismus empfehlenswert.


Hierbei geht es im Grunde darum, dass der schamanisch Tätige sein Interesse an Schamanismus als Thema oder Gegenstand für künstlerische, sportliche und intellektuelle Aktivitäten nimmt. 


Als künstlerische schamanische Aktivität könnte man beispielsweise Trommeln und Rasseln bauen oder verzieren, Szenen und Erlebnisse aus schamanischen Reisen zeichnen oder malen, Gedichte über schamanische Reisen schreiben und das Spielen spontaner Lieder auf einfachen Instrumenten wie z.B, einer Flöte erlernen. Bei einer sportlichen Aktivität kann es sich um jede Art von sportlicher Aktivität handeln, die im Freien praktiziert wird und einen den Geistwesen der Natur näherbringt (beispielsweise Wandern, Campen, Bergsteigen, Kanufahrern), oder Joggen, Radfahren und Schwimmen in Gegenwart von Krafttieren. Mit intellektuellen Aktivitäten ist das Lesen und Lernen über Schamanismus gemeint. Da in den letzten Jahren unzählige Bücher und Artikel zu Schamanismus veröffentlicht wurden, dürfte dies keine besondere Schwierigkeit darstellen.

 

Mit einer Aktivität des alltäglichen Lebens ist gemeint, dass eine schamanistische Aktivität täglich in das Leben integriert werden sollte. Bei diesem Denken wird alles Leben als von Natur aus heilig betrachtet; es wird keine Herrschaft über die Natur angestrebt; es wird ein göttliches Wesen vorausgesetzt, das den Kosmos erfüllt und ihn zu etwas Heiligem macht; die Verantwortung für ein Leben in Einklang mit der Erde wird von ganzem Herzen übernommen; es werden Opfer gebracht und Dankbarkeit wird zum Ausdruck gebracht; das Universum und alles in ihm wird als lebendig, dynamisch und veränderlich, jedoch gleichzeitig von einer vereinigenden Lebenskraft belebt betrachtet; bei diesem Denken wird erkannt, dass die Zeit kreisförmig verläuft; die Geheimnisse des Lebens werden akzeptiert; es wird Verwandtschaft und Mitgefühl mit allen Kreaturen empfunden; und schließlich feiern die Menschen mit dieser Denkweise voller Freude ihr persönliches Leben und das „Höhere Leben“, dessen Teil sie sind.

 

Für viele Menschen ist das Führen eines Tagebuches eine gewohnte spirituelle Übung. Manche Menschen schreiben ihre Meditationen oder Gebete auf; andere wiederum führen ein Tagebuch, um die Wege ihrer Seele zu beobachten und aufzuzeichnen und die Ereignisse des Lebens aus einer spirituellen Perspektive zu kommentieren.

Menschen, die Schamanismus praktizieren, können ein Tagebuch führen, um Reisen, Träume und die sich ereignenden Synchronitäten aufzuschreiben. Unser Ego kann Alltagserfahrungen zwar in Fragmente zergliedern, die Teile fügen sich jedoch in den nichtalltäglichen Bewusstseinszuständen wieder zusammen. Ein Tagebuch hilft dabei, dies zu erkennen.



Träume sind mehr als nur zufällige Bilder im Schlaf. Sie sind Botschaften unseres Unterbewusstseins
von Tanja Mendler 31. März 2025
Träume können wertvolle Einblicke in unser Innerstes bieten. Sie helfen uns, emotionale Blockaden zu lösen, kreative Ideen zu entwickeln oder versteckte Sorgen ans Licht zu bringen. Wer sich mit seinen Träumen beschäftigt, kann oft tiefere Erkenntnisse über sich selbst gewinnen.
Lakshmi – Göttin des Wohlstands, Glücks und Reichtums
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Lakshmi, die hinduistische Göttin des Wohlstands und der Fülle, steht für Glück, Erfolg und spirituelle Erneuerung. Sie wird oft auf einer Lotusblüte sitzend dargestellt, umgeben von Goldmünzen und Elefanten, die für Wohlstand und göttlichen Segen stehen.
Arzt und Seher zugleich „Nostradamus“
von Tanja Mendler 20. März 2025
„Nostradamus“ 1555 erschien in Frankreich ein kleines Büchlein mit dem Titel „Les propheties de M. Michel Nostradamus". Es wurde rasch zu einem Bestseller und erregte die Aufmerksamkeit der höchsten Kreise. Die Königin von Frankreich, Katharina de Medici, las das Büchlein und forderte den Verfasser daraufhin auf, nach Paris zu kommen. Sie glaubte, dass einige Prophezeiungen die Königsfamilie betrafen, und wollte von ihm dazu Genaueres hören. In der Praxis hieß das, er sollte nachweisen, dass er kein Attentat auf den König plante. Wie schwer das war, davon konnte bereits ein italienischer Astrologe in Paris ein Liedlein singen. Er war gefoltert worden, als er den frühen Tod Heinrichs Il. vorhergesagt hatte. Der Autor dieses Büchleins war ein Landarzt in Salon in der Provence, ein gewisser Michel de Notredame, lateinisch Nostradamus. Was uns heute stark verwirrt, machte der Königin offenbar wenig aus: Die Sprache der Centurien ist fast völlig unverständlich. Nicht nur dass sie Französisch mit griechischen, lateinischen, italienischen und provencalischen Brocken vermischt, nein, der Text selbst ergibt keinen klaren Sinn. Die Sprache ist reich an Bildern, die entschlüsselt werden wollen. Doch zumindest Katharina von Medici war dazu offenbar in der Lage. „Der junge Löwe wird den alten besiegen im einzigartigen Kampf auf einem Kriegsfeld. Seine Augen, in goldenem Käfig, werden bersten. Zwei Wunden eine, zum Sterben eines grausamen Todes. (Centurie, 35. Vierzeiler) Hieraus las sie eine Bedrohung für das Leben ihres Gatten ab. Und sie sollte recht behalten. 1559 veranstaltete Heinrich II. anlässlich der Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Spanien und der Verlobung seiner Tochter Elisabeth mit dem spanischen König ein Turnier. Sein eigenes Wappentier war der Löwe. Und tatsächlich wurde er durch eine geborstene Lanze tödlich verwundet. Ein Lanzensplitter drang unter sein goldenes Visier und durchbohrte ein Auge. Sein von ihm selbst ausgewählter Gegner, der Hauptmann seiner Leibgarde, hatte ebenfalls als Wappentier den Löwen. Seit 1559 erlebten die Prophezeiungen von Nostradamus immer neue Deutungen. Jede Zeit entdeckte neuen verborgenen Sinn hinter dem, was er in seinen Texten vorhergesagt hatte - doch nicht selten erst im Nachhinein. Im Zweiten Weltkrieg wurden Vierzeiler von Nostradamus sogar als Propagandamittel eingesetzt: Mit Interpretationen gespickt, die die Kriegsniederlage des Empfängers verkündeten, wurden sie hinter den feindlichen Linien abgeworfen – von den Deutschen in Frankreich, von den Engländern in Deutschland. Nostradamus ist für uns nicht nur wegen seiner Prophezeiungen interessant. Er hinterließ einige Aussagen über die Kunst des Sehens, wie er sie praktizierte. Die erste Centurie beginnt mit den folgenden Vierzeilern: „Sitzend des Nachts bei geheimen Studien, allein; ruhend auf dem Sitz von Erz? Winzige Flamme, aus der Einsamkeit hervorkommend, bringt hervor, was nicht vergeblich ist zu glauben. Die Rute in der Hand, in die Mitte der Gabel gelegt, von der Welle benetzt auch den Rand und den Fuß, Angst und Stimme erzittern durch die Griffe, göttlicher Glanz, der Wahrsager nahe sich setzt." Hier klingen einige Elemente an, die wir bereits kennen: Die Verwendung von Wasser, das mit einer Rute geschlagen wird, kennen wir vom Orakel in Didyma. Der Sitz von Erz? Könnte eine Anspielung auf das Orakel in Delphi sein. Die Flamme, aus der Einsamkeit kommend, ist eine sinnvolle Metapher für die Erkenntnis, die innere Ruhe und Einsamkeit im besten Sinne voraussetzt. Wir verwenden dieses Bild, wenn wir sagen, uns geht ein Licht auf. Meist ist das nicht im hektischen Trubel des Tages der Fall, sondern wenn man sich in beschäftigt. Ruhe und ohne Störung durch andere mit einer Frage beschäftigt. Nostradamus' Erleuchtung ist für ihn eine Gabe Gottes.
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