Heilfasten

Heilfasten


Im Christentum und auch in den anderen großen Weltreligionen ist das Fasten als religiöse Disziplin fest verankert. Ziel dieses Fastens ist fast immer eine innere, das heißt seelische Reinigung. Vermischt mit den Theorien antiker Ärzte haben sich über die Jahrtausende verschiedene Methoden des Fastens entwickelt, die Körper und Seele des Menschen reinigen und befreien sollen. 

Aura - Soma

Das Heilfasten in verschiedenen Kulturen


Im Hinduismus

Die größte Rolle im religiösen Bereich spielt das Fasten wohl im Hinduismus es wird als religiöse Disziplin sehr geschätzt und steigert sich nicht selten zum Fanatismus. Mit Hilfe des Fastens hat der Gläubige die Möglichkeit, sein eigentliches Ziel zu erreichen: das ewige Rad der Wiedergeburt und somit des Leidens zu durchbrechen. Das Fasten wird im Hinduismus selten allein, sondern meist in Kombination mit Yoga und Konzentrationsübungen ausgeübt. Überdies hat das Fasten im Hinduismus eine neue Dimension, eine politische, erlangt. Durch das politisch motivierte Fasten Mahatma Gandhis. Gegen die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Indien ankämpfend, beschloss Gandhi, so lange zu fasten, bis die Schlachten beendet seien. Als kurz darauf die Kämpfe aufhörten, begann auch Gandhi wieder zu essen. 


Im Buddhismus 

Ist das Fasten ein Teil des Übungsweges zur Erleuchtung. Es geht weniger darum, allein auf das Essen zu verzichten, als sich in allen Lebensbereichen auf das Wesentliche zu konzentrieren und mit wenig auszukommen. Durch zusätzliche Meditation und das Bereuen schlechter Taten in seiner Ethik gestärkt, nähert sich der Buddhist seiner Erlösung und dem Stadium der Buddha Schaft an. Die Verpflichtung zum Fasten besteht im Buddhismus jedoch nicht. 


Im Islam 

Hier ist das Fasten Pflicht eines jeden gläubigen Moslems. Allerdings gelten für Kinder, Schwangere, Alte und Kranke Ausnahmeregelungen. Das Fasten findet im Monat Ramadan statt, in dem Gott die heilige islamische Schrift zur Erde herabgesandt haben soll. Täglich wird in diesem Monat von Sonnenaufgang bis zum vollendeten Sonnenuntergang gefastet. Verboten sind das Essen, Trinken und Rauchen, das Benutzen von Parfüm sowie Geschlechtsverkehr.
Zudem gilt das Abstinenzgebot für üble Nachrede, Klatsch, Streit und unangemessenes Verhalten. Dementsprechend ist der Ramadan auch ein Monat der Hoffnung auf Überwindung des Bösen und auf Versöhnung zwischen Zerstrittenen. 


Im Judentum

Auch im Judentum wird zum Zeichen der Versöhnung gefastet. An Jom Kippur, dem Versöhnungsfest zwischen Gott und den Menschen. Fasten und Kasteien als solches hat auch hier keinen Wert, und orientierungsloses Fasten ohne das spirituelle Ziel vor Augen wird sogar geringgeschätzt. Wie auch in den anderen Religionen steht über dem Fasten immer das Gesunderhalten des Körpers, wem das Fasten gesundheitlich schadet, muss essen. 


Im Christentum
Im Neuen Testament übte Jesus selbst das Fasten und empfahl es als Mittel, böse Geister zu vertreiben. Gottgefälliges Fasten stellt dem Fastenden den Lohn des Himmels in Aussicht.
 Gleichzeitig verwarf Jesus aber das heuchlerische Fasten und das Fasten zur Unzeit. Obwohl es im Neuen Testament kein ausdrückliches Fastengebot gibt, ist die Einhaltung der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern in den christlichen Konfessionen Tradition geworden. 

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Das Fasten ist aber auch aus dem säkularen Bereich seit eh und je bekannt. Bereits in den griechischen Philosophieschulen wurde von Hippokrates (um 460 v. Chr.) Fasten zum Schutze der Gesundheit und zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Ärzte der hippokratischen Schule waren der Auffassung, dass zahlreiche Krankheiten durch die Ernährung über Störungen des Säfte Haushaltes zu Stande kommen. Auch im alten Rom und in Arabien wurde Fasten zu medizinischen Zwecken angewandt. Essen sollte dem Stillen des Hungers, Trinken dem Stillen des Durstes dienen Maßlosigkeit im Essen wurde schon zur damaligen Zeit als eine Ursache von Krankheit eingeschätzt. 


In der Renaissance wurde das hippokratische Fasten wiederentdeckt, unter anderem von Paracelsus. Wegen ihrer Preisgünstigkeit besonders in den unteren Bevölkerungsschichten als Heilverfahren beliebt, wurde im 18. und 19. Jahrhundert die Methode des Fastens weiterentwickelt und erste Fastenkliniken eingerichtet. Ärzte wie Buchinger und Mayr machten die Methode im 20. Jahrhundert in Deutschland populär. 


Entsprechend der jahrtausendelangen Tradition sind die meisten Heilfasten Verfahren keine rein medizinischen Heilverfahren, sondern beruhen auf der Idee der Einheit von Körper, Seele und Geist des Menschen. Die heute am häufigsten angewandte Fastenmethode, das Buchinger fasten, gründet sich durchaus auf eine religiöse Denkweise. Das Rezept des Arztes Otto Buchinger hieß beten und fasten. Man wisse immerhin, dass das rechte Fasten eben doch keine rein medizinische Angelegenheit ist. Meditation und Ruhe werden daher ähnlich in die Fastenkur einbezogen wie die medizinischen Grundlagen. 

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Stoffliche Grundlagen des Heilfastens 

Eine Fastenkur ist der bewusste freiwillige Verzicht auf Nahrung mit dem Ziel.


Reparaturprozesse im Körper zu fördern, den Körper zu entschlacken, d.h. schädliche und nicht benötigte Nebenprodukte des Stoffwechsels und von außen zugeführten Schadstoffen und Gifte auszuscheiden, sowie abgestorbene bzw. nicht funktionsfähige Zellen, Gewebe und Bakterien abzusondern. 


Das Fasten bietet die Möglichkeit, intensiv in das Körpergeschehen einzugreifen und Entlastungs-, Regenerations- und Reinigungseffekte zu erzielen. Dabei dürfen sowohl totales Fasten (Nulldiät) als auch stark reduziertes Fasten selbstverständlich nur über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt werden. Der angestrebte Effekt ist am größten, wenn sich das Fasten mit einem Kureffekt verbindet die Beschäftigung mit dem eigenen Körper und Geist, Ruhe vom Alltag und der Familie sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fastenkur. Demnach ist die Durchführung einer Fastenkur in einer speziellen Kurklinik vorteilhaft aber nicht zwingend notwendig. Eine genaue therapeutische Anleitung, gerade bei einem erstmaligen Fasten, ist aber auf jeden Fall angeraten.


Die wichtigste Grundidee, die für alle Fastenkuren gilt, ist das Entschlacken des Körpers. Mit Schlacken wird von Naturheilärzten all das bezeichnet, was der Körper beim Stoffwechsel nicht unmittelbar verbraucht bzw. verarbeiten kann und daher im Gewebe speichert, sozusagen eine Mülldeponie des Stoffwechsels. Gespeichert werden Endprodukte des Eiweißstoffwechsels (z. B. Harnsäure), des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels und alte, nicht funktionsfähige, abgestorbene Zellen. Aber auch Fremdstoffe wie z. B. Konservierungsmittel, Farbstoffe und künstliche Aromastoffe trägt der Körper als Schlacken mit sich herum. Aus der täglich zugeführten Nahrung, die er in Zucker umwandelt, zieht der Körper die nötige Energie. Um auch in Zeiten der Not versorgt zu sein, speichert er zudem eine begrenzte Menge Zucker in Form von Stärke (Glykogen) in Muskulatur, Leber und Gehirn.


Darüber hinaus zugeführte Nahrung wird in Eiweiß und Fett umgewandelt und gespeichert. Der Vorteil davon ist, dass Fettgewebe die gewichtsgünstigste Speicherform ist, während das Speichern von Glykogen etwa das neunfache an Gewicht erzeugt. Daneben werden in den Körperzellen auch Säuren, Wasser und Giftstoffe gespeichert. Biologisch gesehen ist das Speichern von Energiereserven eine Vorsorge für Zeiten des Nahrungsmangels und Hungers, wie sie in der Tierwelt regelmäßig auftreten. In der heutigen westlichen Gesellschaft kommen diese jedoch immer seltener vor, sodass sie künstlich herbeigeführt werden müssen. Fastenärzte sehen im Fasten also eine künstlich herbeigeführte Zeit des Nahrungsmangels, in der der Körper die unnütz gespeicherten Energiereserven verbraucht und die im Gewebe gespeicherten Giftstoffe entsorgt.


Das für den Notfall gespeichertes Glykogen ist beim Fasten bereits nach dem ersten Tag verbraucht. Dann muss sich der Körper den Reservedepots zuwenden, um die nötige Energie zu erhalten. Zuerst wird das gespeicherte Eiweiß verarbeitet, danach wird die Energie fast vollständig aus der Verbrennung von Fettsäuren gewonnen, die aus dem Fettgewebe und aus dem Blut bezogen werden. Das Eiweiß der Muskulatur bleibt fast völlig unangetastet. 

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Grundlegende Methodik des Heilfastens

Die verschiedenen Fastenkuren folgen in ihrer Durchführung in Deutschland größtenteils folgendem Verfahren.


Sie beginnen mit 1-3 Übergangstagen, die sich durch kalorienreduzierte Kost auszeichnen. Ihr Zweck ist die Einstimmung des Körpers auf die Ernährungsumstellung. Das eigentliche Fasten beginnt mit einer gründlichen Darmreinigung, die während der Fastenkur mehrfach wiederholt wird. Da bei leerem Darm kein Hungergefühl auftreten soll. Umgekehrt heißt das, dass Fastenärzte beim Auftreten von Hunger eine erneute Darmreinigung verordnen. Daneben hat das Abführen aber noch eine weitere Funktion. Es soll verhindern, dass der Körper verstärkt Darmgifte aufnimmt. Da die Darmtätigkeit während des Fastens stark vermindert wird, die Schlackenstoffe sowie abgestorbene Darmschleimhautzellen und Bakterien aber entsorgt werden müssen, muss der Darm künstlich gereinigt werden. Ansonsten käme es zu einer Rückresorption der Giftstoffe.


Egal, welche Art der Fastenkur Sie durchführen, ein paar Dinge sind zwingend notwendig. So muss der Körper mindestens 3 Liter kalorienfreie oder arme Flüssigkeit erhalten, ausreichend bewegt werden (eventuell in Verbindung mit Massagen, Wasseranwendungen etc.) und gleichzeitig geschont werden. Mittagsruhe sollte daher zur Pflicht werden, Meditation und der Abbau von Alltagsstress sind ebenso angeraten.

 
Eine Fastenkur wird in der Regel 14-21 Tage durchgeführt, stark übergewichtige Menschen können sie jedoch noch um einige Zeit verlängern. Ähnlich wichtig wie die Übergangstage zu Beginn der Kur sind die Aufbautage an ihrem Ende. Sie sollten mindestens ein Drittel der Kurzeit betragen, noch besser wäre es jedoch, sie so lang durchzuführen wie die Kur selbst. Langsam, Schritt für Schritt, wird die Ernährung wieder aufgebaut das heißt, der Körper muss langsam wieder daran gewöhnt werden, seine Energie aus der Nahrung zu gewinnen.
 

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Totales Fasten die Nulldiät 
Die Nulldiät ist die härteste Form des Fastens, da bei ihr auf jegliche energieliefernde Nahrung verzichtet wird. Einzig Quellwasser und ungesüßte Tees sind erlaubt. Durch Abführen oder ein Darmreinigungsbad wird die Darmreinigung zu Beginn der Kur durchgeführt, danach müssen dem Körper täglich mindestens 3 Liter Flüssigkeit zugeführt werden. Außerdem muss der Körper mit Vitaminen und Mineralien versorgt werden.


Bei der Durchführung einer Nulldiät ist aber Vorsicht geboten

Nicht nur Herz-Kreislauf-Probleme können vermehrt auftreten, auch die Harnsäure Konzentration im Blut kann über die kritischen Grenzwerte hinaus ansteigen. Die Kur darf daher auf gar keinen Fall ohne ständige ärztliche Aufsicht gemacht werden. Aufgrund ihrer Härte und der auch teilweise erheblichen Gesundheitsrisiken wird die Nulldiät heute kaum noch durchgeführt. 

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Heilfasten nach Buchinger 
Der Arzt Dr. Otto Buchinger (1878-1966) war in Deutschland einer der Pioniere des modernen, wissenschaftlich begründeten Heilfastens. In Bad Pyrmont gründete er 1932 eine Fastenklinik, die heute von seinem Enkel fortgeführt wird. Buchingers Methode setzt vor allem auf Prävention.


Zwar ist auch kranken Menschen eine Fastenkur angeraten, doch ist ein jährliches Reinfastens des gesunden Menschen laut Buchinger der gründlichste Schutz vor Krankheit.
 Die Buchinger Methode geht davon aus, dass durch das Entschlacken des Körpers Risikofaktoren abgebaut werden. Die Medizin unterscheidet zwei Arten von Risikofaktoren, die psychosozialen 
wie Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht und die medizinischen, zu denen unter anderem Bluthochdruck, Diabetes mellitus und chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören.
 


Je nach Länge der Fastenkur und der Belastung des Körpers durch die Risikofaktoren wird der Abbau der Risikofaktoren vorangetrieben: Dies beruht auf der ganzheitlichen Methode des Buchinger Fastens, bei der Bewegung und Ruhe neben dem eigentlichen Fasten den Erfolg der Kur bestimmen. Fasten darf zunächst einmal derjenige, der genügend körperliche und seelische Reserven besitzt. Wer ausgepowert ist, ob nun im physischen oder psychischen Sinn, sollte zunächst eine Phase der Erholung und Regeneration durchleben. 


Das Wichtigste einer Fastenkur ist nach Buchinger die richtige Einstellung. Die Motivation für eine Kur ist bei jedem Menschen unterschiedlich: Sei es der Wunsch, Gewicht zu reduzieren, eine chronische Krankheit zu heilen oder einfach zu regenerieren der eigene, freie Wille zum methodischen Fasten muss bei dem Patienten vorhanden sein. Angst vor Hunger oder Müdigkeit würde dem Kurverlauf schaden, eine positive Einstellung zum Fasten und den damit verbundenen körperlichen und seelischen Erfahrungen sind Grundvoraussetzung einer jeden Kur. Neben der inneren Einstellung müssen die äußeren Bedingungen der Kur angeglichen werden. Wer nicht in einer Kurklinik fasten möchte, in der die Umstände optimal auf den Patienten eingestimmt sind, sollte sein privates Umfeld der Kur anpassen. Dazu gehört zunächst einmal, dass Alltagsstress vehement vermieden werden sollte das Fasten sollte abseits des Alltags stattfinden. 
Zudem muss der Tagesablauf viel Zeit für Bewegung und seelischen Ausgleich vorsehen, denn beides sind elementare Bestandteile des Buchinger Fastens.
 


Beim Buchinger Fasten sind ein oder mehrere Übergangstage eingeplant, in denen der Patient etwa 600 Kalorien zu sich nehmen darf. Diese sollen hauptsächlich aus Kohlenhydraten bestehen, Fett ist gar nicht erlaubt, Eiweiß nur in minimaler Dosierung. Das Fasten beginnt mit der gründlichen Darmreinigung: Durch die Einnahme von in Wasser aufgelöstem Glaubersalz setzt nach ca. 1,5 Stunden die Darmentleerung ein. Während der Kur muss zudem jeden zweiten Tag eine erneute Darmreinigung vorgenommen werden, in der Regel durch einen Einlauf mit körperwarmem Kamillenwasser. Alternativ kann dieser aber auch durch das Trinken eines milden Sennes-Abführ-tees, Sauerkrautsafts oder auch aufgelöstem Bittersalz ersetzt werden.
 


Beim Fasten trinkt man morgens 1/4 Liter Kräuter oder milden Schwarztee, bei Bedarf mit 1-2 Löffeln Bienenhonig gesüßt. Am Mittag gibt es 1/4 Liter Gemüsebrühe, nachmittags wieder Tee, diesmal mit 2-3 Löffeln Honig, und am Abend gibt es 1/4 Liter Obstsaft. Zwischendurch müssen mindestens 2 Liter Wasser getrunken werden. Je nach Befinden des Patienten dürfen etwas Buttermilch, Magerjoghurt, warmer Hafer- oder Reisschleim oder Magermilch ergänzt werden. Sämtliche Genussmittel wie Zigaretten, Alkohol und Süßwaren sind in der Zeit des Fastens tabu, das strikte Essverbot muss unbedingt eingehalten werden.
 


Die Entschlackung des Körpers wird während der Fastenkur durch ausreichende Bewegung, die die Durchblutung anregt und die Sauerstoffzufuhr erhöht, verbessert. Auch der gesamte Stoffwechsel wird belebt und dadurch die Fettverbrennung gesteigert, der Blutdruck wird stabilisiert.
 Zudem wird durch die Bewegung verhindert, dass Muskeleiweiß statt des Schlackeneiweißes abgebaut wird. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Wandern und Radfahren sind dabei die sinnvollsten Bewegungsarten, da sie den Körper nicht überanstrengen. Daneben unterstützen vor allem Massagen, Wasseranwendungen, maßvolle Sonnenbäder, ausreichend Schlaf und Meditation die Kur nachhaltig. 


Um den Erfolg der Fastenkur nicht sofort zu ruinieren, ist die sorgfältige Umstellung von der inneren auf die äußere Ernährung genauso gewissenhaft zu betreiben wie die eigentliche Fasten-kur. Buchinger verlangt 3 Aufbautage, die vor allem aus kleinen, kohlenhydratreichen Mahlzeiten bestehen. Die Fett- und Eiweißaufnahme soll sehr behutsam gesteigert werden. Sämtliche Nahrung muss gut gekaut und eingespeichelt werden, weiterhin muss ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden. Ballaststoffreiche Kost ist sehr zu empfehlen, da durch sie schneller ein Sättigungsgefühl eintritt. Die Kalorienzufuhr wird nur langsam gesteigert. 


Dadurch, dass beim Buchinger Fasten die Getränke nicht gänzlich kalorienfrei sind, dafür aber ausreichend Vitamine und Mineralien enthalten, sind die Stoffwechselbelastungen weit weniger hoch als beim totalen Fasten. Nebenerscheinungen wie Kopfschmerzen treten seltener auf, da der Blutzuckerspiegel durch das Zuführen von Kohlenhydraten in Form von Honig und Fruchtsaft nicht ernstlich abfallen kann.
 

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Heilfasten nach F.X. Mayr 
In seiner Arbeit mit Hunderten von Patienten hat der österreichische Arzt Dr. Franz Xaver Mayr (1875-1965) festgestellt, dass viele Krankheiten auf chronische Verdauungsstörungen zurückzuführen sind. Aus diesem Grund hat Mayr die Verdauungsorgane des Menschen mit den Wurzeln eines Baumes verglichen und sie als Wurzelsystem des Menschen bezeichnet.


Ähnlich wie Baumwurzeln versorge das Verdauungssystem des Menschen mithilfe seiner zahlreichen Zotten den gesamten menschlichen Organismus mit lebenswichtigen Nährstoffen. Da es zusätzlich auch die Giftstoffe entsorge, würde es eine grundlegende Bedeutung für die Gesundheit des Menschen übernehmen. Krankheiten treten nach Meinung Mayrs beim modernen Menschen vor allem durch zu viel, zu häufiges, zu hastiges und zu spätes Essen auf, das dann nicht einmal mit ausreichend Nährstoffen versorgt sei.


Seine Fastenmethode zielt ähnlich wie die Buchingers auf eine Entlastung und Entschlackung des Magen-Darm-Traktes ab, allerdings erweitert Mayr die verwendeten Zutaten. Je nach Zustand des Patienten setzte Mayr nicht nur das Heil- und Teefasten ein, sondern eine Milch/Semmel-Kur. Sie beabsichtigt, neben den bekannten Entschlackung und Reinigungseffekten, den Kauvorgang zu schulen und so den Menschen an eine gesündere Esskultur zu gewöhnen.


Die Fastenkuren Mayrs folgen, gleichgültig, ob Teefasten oder Milch/Semmel-Kur, einem genau festgelegten Tagesablauf. Die Kuren beginnen jeden Morgen mit der Einnahme von Bitter-, Glauber- oder Karlsbader Salz, aufgelöst in warmem Wasser. Nach anschließender Bewegung und einer Wechseldusche von heiß zu kalt darf der Kurende frühestens 1/2 Stunde nach der Einnahme des Salzes löffelweise Kräutertee bzw. die empfohlene Nahrung zu sich nehmen. Die Mittagsruhe soll bei Mayr vor dem Mittagessen, am besten in Verbindung mit feuchter Wärme durchgeführt werden. Dann folgt Kräutertee oder Gemüsebrühe oder die empfohlene Diät. Abends gibt es dann entweder Kräutertee und, falls erlaubt, dazu 1 Kursemmel.
Zwischendurch müssen mindestens 2 Liter Wasser oder dünner Kräutertee getrunken werden. Außerdem verordnet Mayr strikte Bettruhe vor Mitternacht.


Die Milch/Semmel-Kur besteht zum Frühstück und Mittagessen aus altbackenen Semmeln, die 3-5 Tage an der Luft getrocknet wurden. Die Semmeln werden zu diesem Zweck in Scheiben oder Würfel geschnitten und im Mund so lange zerkaut und eingespeichelt, bis ein süßlicher Brei entsteht. Jeder Bissen wird dann mit 1 Teelöffel Milch gegessen, wobei die Milch intensiv mit dem Semmelbrei eingespeichelt werden muss, bevor man beides schluckt. Auf diese Weise werden zu jeder Mahlzeit 1/2 bis 3 Semmeln mit insgesamt 1/4 Liter Milch verspeist. Wichtig ist, dass die Milch gelöffelt, am besten heruntergesogen, aber auf keinen Fall getrunken wird. Die Milch kann gegebenenfalls durch gute Buttermilch oder Joghurt ersetzt werden. Zum Abendessen gibt es nur in Ausnahmefällen Semmeln. Die Kur wird ergänzt durch tägliche Darmmassagen, viel Bewegung und feuchtwarme Leberwickel am Mittag.


Aufgrund der schwierigen, ambulanten Durchführung einer Mayr-Kur wird der Aufenthalt in einer Kurklinik dringend geraten. Die Mayr Kuren werden bis zu 4 Wochen verordnet.


Nach Abschluss der Behandlung ist der Übergang zu vollwertiger Ernährung empfohlen. 


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Molke Trinkkur 
Bei der klassischen Molke Trinkkur wird auf feste Nahrung verzichtet, sie wird durch 1 bis 1 1/2 Liter Molke ersetzt, die durch die Verabreichung von 80 ml frischen Kräutersäften ergänzt wird. Die ersten beiden Tage gibt es Brennnesselsaft, an Tag drei und vier Löwenzahnsaft, am fünften und sechsten Tag Artischockensaft. Dann beginnt der Zyklus von neuem mit Brennnesselsaft. Die Säfte nimmt der Kurende esslöffelweise, eventuell mit Wasser verdünnt über den Tag verteilt ein. Außerdem müssen mindestens 3 Liter Wasser zusätzlich getrunken werden. Neben der Entschlackung und der Gewichtsreduktion dient die Molke Trinkkur vor allem der Senkung des Cholesterinspiegels im Blutserum. Auch die Harnsäurewerte und der Blutdruck verbessern sich merklich. 


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Fasten nach Schroth 
Wie die anderen Fastenkuren soll auch die des Fuhrmannes Johannes Schroth (1800-1856) durch Entschlackung die Selbstheilungskräfte des Menschen fördern. Die Kur besteht in ihrem Ursprung aus 3 Trockentagen, an denen Getreidebreie, Semmeln, Zwieback, Trockenobst und Nüsse völlig ohne Flüssigkeit gegessen werden, denen dann 2 kleine und 2 große Trinktage folgen. An diesen Trinktagen verordnete Schroth Wein, Wasser und Säfte waren verboten. Die moderne Schrothkur ersetzt den Wein zwar durch Tees, Säfte, Molke und Gemüsebrühe, dennoch ist diese Form der Fastenkur medizinisch fraglich. Denn wie bei der Nulldiät steigen die Harnsäurewerte im Blutserum während der Kur signifikant an. Auch der Verzicht auf Flüssigkeit während der 3 Trockentage ist medizinisch fragwürdig. Die Meinung Schroths, vieles Trinken beeinträchtige die Leistungsfähigkeit des Menschen, entbehrt auf jeden Fall jeglicher medizinischen Grundlage. 


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Fastenwandern 
Das Fastenwandern stellt im eigentlichen Sinn keine weitere Fastenkur dar, sondern kombiniert eine vorher gewählte Fastenkur mit ausreichender Bewegung und dem Aufenthalt an der Sonne und frischer Luft. Fastenwandern wird am besten in Gruppen unter der Aufsicht eines Arztes durchgeführt. Jeder Gesunde kann daran teilnehmen, es wird gewandert und üblicherweise wird eine Buchinger Kur durchgeführt. Die anfänglichen Schwierigkeiten einer jeden Fastenkur wie Kopfschmerzen und Kreislaufschwäche lassen sich in der Gruppe besser bewältigen als allein. Ziel des Fastenwanderns ist, durch das Naturerlebnis die Erfahrungen des Fastens zu vertiefen.


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Körperpflege 
Beim Fasten erfolgt die Entschlackung nicht nur über den Darm, sondern auch über die Haut. Es kommt folglich zu vermehrtem Körpergeruch, dem durch eine regelmäßige Körperpflege und häufigeres Wechseln der Wäsche entgegengewirkt werden kann. Ein gelblicher bis bräunlicher Zungenbelag und damit einhergehender Mundgeruch kann durch häufiges Zähneputzen und Zungebürsten beseitigt werden. Auch das gelegentliche Aussaugen von Zitronenvierteln, das Kauen von Petersilie oder die Einnahme von etwas Heilerde mit Wasser hilft. 


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Klassische Symptome des Fastens und ihre Linderung

  • Kopfschmerzen Zu Beginn der Fastenkur können Kopfschmerzen auftreten. Sie klingen aber zumeist nach einigen Stunden ab falls nicht, können natürliche Medikamente genommen werden.
  • Schwindelgefühl In den ersten Tagen kann sich ein leichtes Schwindelgefühl zeigen. Vermeiden Sie daher zu rasches Aufrichten. Durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr werden die Beschwerden schnell reguliert.
  • Hungergefühl Bei ordnungsgemäßer und regelmäßiger Darmentleerung tritt kein Hungergefühl auf. Verspüren Sie ein körperliches Hungergefühl (nicht zu verwechseln mit einem psychischen Appetitgefühl), sollte eine Darmentleerung vorgenommen werden.
  • Herzklopfen Durch die vermehrt freiwerdenden sauren Stoffwechselprodukte zu Beginn der zweiten Fastenwoche tritt bei rund 20 Prozent der Fastenden Herzklopfen auf. Lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, die Symptome gehen wieder spontan weg.
  • Wadenkrämpfe Wadenkrämpfe während einer Fastenkur sind auf den Mangel von Mineralien zurückzuführen. Durch eine Verabreichung bestimmter Mineralien und Elektrolyte kann dem entgegengewirkt werden. 


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Heilfasten findet Anwendung bei 

  • Übergewicht
  • rheumatischen Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Gelenkerkrankungen

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Gicht
  • Hauterkrankungen
  • Allergien
  • Altersdiabetes
  • erhöhten Blutfettwerten  


Träume sind mehr als nur zufällige Bilder im Schlaf. Sie sind Botschaften unseres Unterbewusstseins
von Tanja Mendler 31. März 2025
Träume können wertvolle Einblicke in unser Innerstes bieten. Sie helfen uns, emotionale Blockaden zu lösen, kreative Ideen zu entwickeln oder versteckte Sorgen ans Licht zu bringen. Wer sich mit seinen Träumen beschäftigt, kann oft tiefere Erkenntnisse über sich selbst gewinnen.
Lakshmi – Göttin des Wohlstands, Glücks und Reichtums
von Tanja Mendler 27. März 2025
Lakshmi, die hinduistische Göttin des Wohlstands und der Fülle, steht für Glück, Erfolg und spirituelle Erneuerung. Sie wird oft auf einer Lotusblüte sitzend dargestellt, umgeben von Goldmünzen und Elefanten, die für Wohlstand und göttlichen Segen stehen.
Arzt und Seher zugleich „Nostradamus“
von Tanja Mendler 20. März 2025
„Nostradamus“ 1555 erschien in Frankreich ein kleines Büchlein mit dem Titel „Les propheties de M. Michel Nostradamus". Es wurde rasch zu einem Bestseller und erregte die Aufmerksamkeit der höchsten Kreise. Die Königin von Frankreich, Katharina de Medici, las das Büchlein und forderte den Verfasser daraufhin auf, nach Paris zu kommen. Sie glaubte, dass einige Prophezeiungen die Königsfamilie betrafen, und wollte von ihm dazu Genaueres hören. In der Praxis hieß das, er sollte nachweisen, dass er kein Attentat auf den König plante. Wie schwer das war, davon konnte bereits ein italienischer Astrologe in Paris ein Liedlein singen. Er war gefoltert worden, als er den frühen Tod Heinrichs Il. vorhergesagt hatte. Der Autor dieses Büchleins war ein Landarzt in Salon in der Provence, ein gewisser Michel de Notredame, lateinisch Nostradamus. Was uns heute stark verwirrt, machte der Königin offenbar wenig aus: Die Sprache der Centurien ist fast völlig unverständlich. Nicht nur dass sie Französisch mit griechischen, lateinischen, italienischen und provencalischen Brocken vermischt, nein, der Text selbst ergibt keinen klaren Sinn. Die Sprache ist reich an Bildern, die entschlüsselt werden wollen. Doch zumindest Katharina von Medici war dazu offenbar in der Lage. „Der junge Löwe wird den alten besiegen im einzigartigen Kampf auf einem Kriegsfeld. Seine Augen, in goldenem Käfig, werden bersten. Zwei Wunden eine, zum Sterben eines grausamen Todes. (Centurie, 35. Vierzeiler) Hieraus las sie eine Bedrohung für das Leben ihres Gatten ab. Und sie sollte recht behalten. 1559 veranstaltete Heinrich II. anlässlich der Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Spanien und der Verlobung seiner Tochter Elisabeth mit dem spanischen König ein Turnier. Sein eigenes Wappentier war der Löwe. Und tatsächlich wurde er durch eine geborstene Lanze tödlich verwundet. Ein Lanzensplitter drang unter sein goldenes Visier und durchbohrte ein Auge. Sein von ihm selbst ausgewählter Gegner, der Hauptmann seiner Leibgarde, hatte ebenfalls als Wappentier den Löwen. Seit 1559 erlebten die Prophezeiungen von Nostradamus immer neue Deutungen. Jede Zeit entdeckte neuen verborgenen Sinn hinter dem, was er in seinen Texten vorhergesagt hatte - doch nicht selten erst im Nachhinein. Im Zweiten Weltkrieg wurden Vierzeiler von Nostradamus sogar als Propagandamittel eingesetzt: Mit Interpretationen gespickt, die die Kriegsniederlage des Empfängers verkündeten, wurden sie hinter den feindlichen Linien abgeworfen – von den Deutschen in Frankreich, von den Engländern in Deutschland. Nostradamus ist für uns nicht nur wegen seiner Prophezeiungen interessant. Er hinterließ einige Aussagen über die Kunst des Sehens, wie er sie praktizierte. Die erste Centurie beginnt mit den folgenden Vierzeilern: „Sitzend des Nachts bei geheimen Studien, allein; ruhend auf dem Sitz von Erz? Winzige Flamme, aus der Einsamkeit hervorkommend, bringt hervor, was nicht vergeblich ist zu glauben. Die Rute in der Hand, in die Mitte der Gabel gelegt, von der Welle benetzt auch den Rand und den Fuß, Angst und Stimme erzittern durch die Griffe, göttlicher Glanz, der Wahrsager nahe sich setzt." Hier klingen einige Elemente an, die wir bereits kennen: Die Verwendung von Wasser, das mit einer Rute geschlagen wird, kennen wir vom Orakel in Didyma. Der Sitz von Erz? Könnte eine Anspielung auf das Orakel in Delphi sein. Die Flamme, aus der Einsamkeit kommend, ist eine sinnvolle Metapher für die Erkenntnis, die innere Ruhe und Einsamkeit im besten Sinne voraussetzt. Wir verwenden dieses Bild, wenn wir sagen, uns geht ein Licht auf. Meist ist das nicht im hektischen Trubel des Tages der Fall, sondern wenn man sich in beschäftigt. Ruhe und ohne Störung durch andere mit einer Frage beschäftigt. Nostradamus' Erleuchtung ist für ihn eine Gabe Gottes.
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